Im Zuge der kaiserlichen Toleranzedikte und der "Bekehrung" Kaiser Konstantins konnte das Christentum seit dem 4. Jahrhundert stärker in die Öffentlichkeit treten und seine Kultbauten und Versammlungsorte nach seinen Bedürfnissen gestalten und ausschmücken.
Die prächtigen Mosaikfußböden der spätantiken Kirchen an der oberen Adria sind großartige Zeugnisse der frühchristlichen Archäologie und Kultur. Der Verfasser untersucht diese Pavimente mit ihren Inschriften, den sogenannten Offerenteninschriften: Sie geben Auskunft über die Namen der Stifter und deren Beitrag zum jeweiligen Bodenmosaik. Im ersten Teil des Bandes bietet der Autor einen historischen Überblick. Es zeigt sich, dass die Wurzeln des auffälligen wie rätselhaften Brauches, Fußböden als Bild- und Schriftmedium zu nutzen, bis ins heidnische Altertum zurückreichen. Im Untersuchungsgebiet Histria et Venetia war der musivische (eingelegte) Bodenschmuck schon sehr stark verbreitet, bevor er in die kirchlichen Gebäude rund um das Mittelmeer seinen Einzug hielt. Der zweite Teil der Arbeit behandelt die kunst- und auch religionsgeschichtlichen Besonderheiten der adriatischen Offerenteninschriften: Sie erlauben Rückschlüsse sowohl auf die spätantike Kirchenorganisation wie auch auf die liturgischen Bräuche und Heilsvorstellungen der Gläubigen.
Author(s): Alfons Zettler
Series: Ergänzungsbände zum Reallexikon der Germanischen Altertumskunde, 26
Publisher: Walter de Gruyter
Year: 2001
Language: German
Pages: 368
1. Problemstellung 1
2. Prolegomena - Der Fußboden als Ort von Bild und Schrift 12
3. Bodenmosaike in Kirchen und ihre Inschriften - Panorama 38
4. Offerenteninschriften in den Kirchen am Adriabogen 59
5. Paviment und Pedatura 70
6. "Stifterbilder" und "Stifterinschriften" in Aquileia? 117
7. Rechtliche Grundlagen und memorialer Charakter der Epigraphe - Opfer, Stiftung und Gebetsgedenken 145
Dokumentation der Inschriften 165
Personennamen der Inschriften 253
Schrifttum 259
Register 299
Tafeln 1-16